Zusammenhalt pflegen; den Schutz der Schwächeren im Blick behalten; die Hoffnung nicht aufgeben
80. Generalversammlung der Kolpingfamilie Grenchen/ Bettlach
Am Donnerstag, 29.1.2026 hatte die Kolpingfamilie auf dem Platz Grenchen/ Bettlach einen Grund zum Feiern. Sie hielt ihre 80. Generalversammlung im Saal des Eusebiushofes ab.
Marianne Bumbacher, Präsidentin dieses kirchlichen Vereines, gratulierte allen Anwesenden zu diesem Jubiläum. Sie gab einen Rückblick auf die Anlässe des vergangenen Jahres und den Ausblick auf das neue Vereinsjahr. Ein sommerlicher Tagesausflug soll ein besonderer Event in diesem Jubiläumsjahr sein.
Der ganze Dank galt allen Mitgliedern, die über all die Jahre dabei sind und waren. Er galt auch allen, die sich für ein Amt und vielleicht sogar das Präsidium zur Verfügung gestellt hatten. Er galt allen, die heute noch Verantwortung übernehmen und schauen, dass es weitergeht: das sind die Frauen Marianne Bumbacher, Susanne Starke, Lilianne Lipp, Jacquline Joye im Vorstand zusammen mit den Männern, die einzelne Aktivitäten durchführen wie: Kegelabende, Jassnachmittag, Raclettessen und vieles mehr.
Gudula Metzel, Präses und Pastoralraumleiterin Wandflue, schaute zurück.
Vor 80 Jahren – das war 1946 - schöpfte man Hoffnung. Der der Zweite Weltkrieg war gerade mal zu Ende gegangen. Die Vereinsmitglieder waren im besten Alter: Freundschaften wurden zu Ehen, Arbeiten und Lieben hatten einen festen Rhythmus mit einem festen Ruhetag, dem Sonntag. Mütter waren mit Hauptberuf Hausfrauen. Es gab noch keine Fertigspeisen, Plastik war verpönt, die Kinder lagen noch in Stubenwagen aus Korbgeflecht. Die Kleinkinder verbrachten tagsüber im Laufstall, einem nützlichen Möbelstück, das man, weil es nicht ganz billig war, in den Familien ausgeliehen hat. Und Abends gab es ein kleines Zeremoniell, wenn die Mutter Kindergebete sprach: Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm». Zur Firmung trug man den ersten Anzug. Mit Kohle wurde geheizt, die Benzinautos noch stolz gefahren, die Kinder schön gemacht zu den Familienfeiern. In der Kolpingfamilie pflegten die jungen Familien Gemeinschaft, unterstützten gute Projekte und kamen zum Beten zusammen. Und das heute schon über 80 Jahre.
Die Welt verändert sich, die Kirche auch. Da war das 2. Vat. Konzil mit ihrer Liturgiereform, die viel kritisierte Pillenenzyklika, die Synode der Kirche Schweiz, die Wege zueinander in der Ökumene. Auf allen Leitungsebenen der Kirche gibt es heute ausgebildete Theologinnen.
An diesem Abend wurde auch nach vorne geschaut, denn das Alte wird nicht zurückkehren. Das Vergangene gilt auch nicht als Massstab für die Zukunft. Wer nur sieht, was nicht mehr da ist, dem wird sonst immer etwas fehlen. Gudula Metzel wies darauf hin, dass in jeder Veränderung etwas aufbricht und Neues wächst.
So kann die Kolpingfamilie auch heute noch dankbar sein über die gelebte Gemeinschaft; auch heute werden gute Projekte solidarisch unterstützt; auch heute kommen sie Menschen noch zum Beten zusammen.
Frau Jacquline Joye gab Einblick in den grossen Spendenbetrag, der im vergangenen Jahr in das Kinderhilfsprojekt in Peru weitergegeben werden konnte. Urpi Wasi ist Quechua und bedeutet auf Deutsch „Taubenhaus“. Es bietet rund 350 Kindern einen sicheren und liebevollen Ort, der sie von der Strasse fernhält und es den Müttern ermöglicht, tagsüber den Lebensunterhalt der Familie zu verdienen. Die Kinder erleben Geborgenheit und Freude im Alltag und bekommen in Urpi Wasi eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie professionelle medizinische und psychologische Betreuung. Sie bekommen eine gute Schulbildung, die ihnen auch wichtige Grundwerte vermittelt. Damit diese nachhaltig im Alltag der Kinder verankert werden können, bezieht Urpi Wasi die Mütter und Familien in ihr Programm mit ein. Das Hauptziel ist, dass die Kinder zu selbstsicheren und verantwortungsbewussten jungen Menschen heranwachsen können. Den Kindern wird ermöglicht, einen Beruf zu erlernen und es endgültig aus dem Teufelskreis der Armut raus zu schaffen.
Urpi Wasi wird von der Schweizerin, Barbara Casanova geführt, welche uns persönlich bekannt ist. Konto Sozialaktion: UBS AG, Grenchen,. PC 80-2-2. IBAN: CH43 0027 2272 3645 4542H.
Auch nach 80 Jahren ist und bleibt es eine Aufgabe, in einer Welt der Krisen echten Zusammenhalt zu pflegen; den Schutz der Schwächeren im Blick zu behalten; die Hoffnung nicht aufzugeben.
Gudula Metzel 30.1.2026